Pressebericht: Schützenfest 2011

Coburger Tageblatt  vom Dienstag, 14. Juni 2011

Talente an der Schießbude Schießsport  An der Schießbude auf dem Fest der Wildenheider Schützen stellt Jens Wagner fest, dass ihm das zielen mit dem Luftgewehr offenbar liegt – eine Nachwuchshoffnung.

Wildenheid - Jens Wagner, 12 Jahre jung, kommt aus Einberg und besucht das Schützenfest im Neustadter Stadtteil Wildenheid. Sein erster Rundgang führt ihn zur Schießbude. Er erhält ein Luftgewehr und ein Magazin mit zehn Schuss. Dann legt der Junge an und schießt auf sich bewegende Scheiben – und trifft!

Neun Mal kippen die Figuren um, eine wackelt, bleibt dann aber doch stehen. „Schießen mit dem Luftgewehr ist einsame Klasse“, gesteht der Zwölfjährige eine Vorliebe ein. „Nein, im Schützenverein bin ich noch nicht, aber vielleicht später einmal“, so Jens. Talent scheint er ja zu haben, für diesen Sport.

Die Tradition der Schützenvereine ist eine uralte. Ralf Schilha, Zweiter Vorsitzender der feiernden Waldfriedensee-Schützen kennt sich aus: „Die Wurzeln der Schützenvereine Bayerns sind im 16. Jahrhundert zu suchen. Um das Land vor „mutwilligem einzug und beschedigungen“ zu verteidigen, ging man damals dazu über, Bürger und Bauern zu mustern und zu Wehrmannschaften zusammenzustellen. Herzog Maximilian I. bestätigte am Anfang des 17. Jahrhunderts die wichtige Rolle der Schützen in der „Landesdefension.“ Teilweise haben sich Gebräuche aus der alten Zeit bis heute erhalten. So etwa das Scheibenschießen oder Schützenfeste und Schützenumzüge mit Fahnenträgern. „Unser Fahnenträger ist seit Jahren Stephan Gerritschen“, so Schilha.

Fahnenträger haben es im wahrsten Sinne des Wortes nicht leicht. Manchmal „schleppen“ sie während eines Umzuges über Kilometer die schweren Fahnen, trotzen Wind und Regen, oder kommen beim besten Sonnenschein ganz schön ins Schwitzen. Darüber hinaus gibt es Einiges zu beachten, denn schließlich besteht eine „Bundesfahnenschwenkerordnung“, die für alle Fahnenschwenker in Deutschland verbindlich ist. Die Fahne der Wildenheider Schützen zeigt einen Wilhelm Tell mit Söhnchen und trägt auf grünem Grund die goldene Inschrift: „Ein scharfes Aug zum sichern Schuß – die deutsche Hand zum Brudergruß!“

Am Samstag begann das Fest der Waldfriedensee-Schützen mit der obligatorischen Königsabholung, in diesem Jahr nicht ganz so spektakulär, da der aktuelle Schützenkönig Dietrich Egger Urlaub im Ausland machte *). Am Abend folgte der Schützenumzug mit Mitgliedern befreundeter Schützenvereine und weiteren Wildenheider Ortsvereinen.

Der Sonntag startete mit einem Gottesdienst, die Siegerehrung des Jedermannschießens gab es am Abend und am Montag klang das Wildenheider Schützenfest zur Zufriedenheit der Veranstalter mit einem Familiennachmittag aus.  mgi

*) Anmerkung des Webmasters:

Entgegen der Darstellung im obigen Presseartikal war der Schützenkönig bei der Königsabholung sehr wohl anwesend und bewirtete seine Gäste hervorragend!