Logo

Schützengesellschaft

"Waldfriedensee" Wildenheid

Breslauer Straße 8, 96465 Neustadt bei Coburg, Stadtteil Wildenheid

Pressebericht 75 Jahre


Coburger Tageblatt vom Dienstag, 13. Juni 2000:

"Der Standort Wildenheid ist nicht zu ersetzen"

Wildenheider Schützenverein zog Bilanz seines 75-jährigen Bestehens / Ein neues Schützenhaus ist in Planung / Absage an "Ballermänner"

WILDENHEID. Auf ihr 75-jähriges Bestehen blicken die Waldfriedensee-Schützen in diesem Jahr zurück. Ganz im Zeichen dieses Vereinsjubiläums stand auch das Schützenfest am Wochenende in Wildenheid.

Die Blaskapelle Oberlind eröffnete den Festkommers am Samstag musikalisch. Anschließend begrüßte Frank Machold, der Vorsitzende der Wildenheider Schützen, die Ehrengäste, unter denen sich Landrat Karl Zeitler, Gauschützenmeister Siegfried Möslein und Neustadts Zweiter Bürgermeister Jürgen Petrautzki befanden. Kurz fasste sich Frank Machold in seiner Rede, da die eigentliche Festansprache von Vereinsmitglied Horst Engel gehalten wurde.

Machold erläuterte die Geschichte des Vereins. Der Verkauf des Schützenhauses im Jahre 1997 bewirkte einen Riss in der Vereingeschichte. Damals wurden die Waldfriedensee-Schützen in einen bodenlosen Zustand versetzt, so der Vorsitzende. Der Gedanke eines Neubaus wurde zwischenzeitlich in Bauplänen und bereits laufenden Genehmigungsverfahren gefestigt. Doch der Verlust dieses Standortes am Waldfriedensee wird durch nichts ersetzt werden können.

Horst Engel beleuchtete in seiner Festrede das "moderne Schützenwesen". Die Gründung des ersten deutschen Schützenbundes erfolgte unter maßgeblicher Mitwirkung von Herzog Ernst II. im Jahre 1861 in Gotha. Anschießend wurden landesweit Regeln erarbeitet und 1925 schwappte dann die Gründungswelle auch nach Wildenheid über. Bedingt durch die Teilung Deutschlands mussten auch die Schützen in Ost und West unterschiedliche Wege gehen. Um so erfreulicher sei es, dass sich nach der Öffnung der Grenze die Wildenheider und die Schichtshöhner Schützen zusammgefunden haben und nun eine unzertrennliche Freundschaft pflegen.

Auch ein politisches Thema sprach Horst Engel an. Gerade in jüngster Zeit seien Rufe nach schärferen Waffengesetzen unüberhörbar geworden. Durch tragische Ereignisse sind Mitglieder von Schützenvereinen immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Doch von solchen Personen distanzieren sich die Waldfriedensee-Schützen. Wer glaubt, eine Mitgliedschaft sei eine Möglichkeit, legal Waffen zu erwerbe, der irre. "Ballermänner" seien hier fehl am Platze.

Anschließend wagte Horst Engel einen Ausblick in die Zukunft. Er wünscht sich eine bessere Öffentlichkeitsarbeit. Wichtig ist ihm auch die Jugendarbeit, um auch in der Zukunft Nachwuchs zu gewinnen. (...)

Was alles hinter den Kulissen eines solchen Schützenfestes läuft, zeigt das Beispiel der Imbisstruppe. Sie hat in 30 Jahren etwa 40000 Schaschlikspieße, 80000 Fischbrötchen und 15 Tonnen Pommes frites unter die Besucher gebracht. In seinem Schlusswort bedankte sich Frank Machold noch für die gute Zusammenarbeit miit dem Landratsamt Coburg, mit der Stadt Neustadt, speziell dem Ordnungs- und Bauamt, und mit dem Gau-Nord.

Für die Zukunft wünschte Frank Machold den Waldfriedensee-Schützen und natürlich allen anderen Schützenvereinen die Kraft und die Ausdauer, das Gedankengut des Schützenwesens weiterhin aufrech zu erhalten und auszubauen, den Weitblick, kommende Änderungen und Erneuerungen rechtzeitig zu erkennen, im Verein umzusetzen und damit die Zukunft des Schützenwesens zu sichern.   kie